Das wirtschaftspolitische Gesamtziel beantwortet die Frage, was der Kanton mit der Standortförderung erreichen will. Es knüpft direkt an die Kantonsstrategie ab 2023 an. Zusammen mit Mission, Leitsätzen und Positionierung bildet es den Rahmen der Strategie. An diesem Rahmen misst sich, welche Themen Vorrang erhalten und welche Massnahmen der Kanton ergreift.
Kern der Strategie sind sechs strategische Stossrichtungen. Sie sind das Bindeglied zwischen dem langfristigen Gesamtziel, der Mission und Positionierung des Kantons einerseits und den operativen Massnahmen anderseits. Sie übersetzen die übergeordneten Ziele in klar priorisierte Themenfelder und bilden den Orientierungsrahmen für konkrete Projekte, Massnahmen und Kooperationen.
Die Standortstrategie ist im Fokusprogramm Standortförderung 2026-2029 in Kapitel 2 und 3 ausgeführt.
Kantonales Standortmonitoring
Eine Standortstrategie erfüllt ihren Zweck nur, wenn die Entwicklung des Standorts regelmässig beobachtet wird. Das kantonale Standortmonitoring führt wichtige statistische Kennzahlen zusammen und macht sichtbar, wie sich der Kanton über die Zeit entwickelt. Das kantonale Standortmonitoring ist gegliedert nach den sechs strategischen Stossrichtungen. Es enthält Kennzahlen zu Bevölkerung, Wirtschaftsleistung, Unternehmen, Arbeitsmarkt, Wohnen, Mobilität, Bildung und öffentlichen Finanzen. Die mehrjährige Betrachtung zeigt Trends und hilft, Veränderungen frühzeitig zu erkennen. Das Monitoring schafft damit eine gemeinsame Faktenbasis für Politik, Verwaltung, Regionen, Gemeinden und Öffentlichkeit. In der Standortstrategie dient es sowohl zur Analyse der Ausgangslage sowie zum Monitoring bereits umgesetzter Massnahmen.
Zum Standortmonitoring Kanton Luzern
Weiterführende Analysen und Kennzahlen zum Standort Luzern und zur Zentralschweiz werden von verschiedenen Partnern publiziert. Unter anderem sind das Folgende:
Von der Ausgangslage zu umsetzbaren Prioritäten
Eine regionale Standortstrategie sollte fünf zentrale Fragen beantworten:
- Wo steht die Region heute – und wie hat sie sich in den vergangenen Jahren entwickelt?
- Welche Stärken, Schwächen und besonderen Entwicklungspotenziale prägen die Region?
- Welches gemeinsame Zielbild soll die Entwicklung in den nächsten Jahren leiten?
- Welche strategischen Schwerpunkte und konkreten Massnahmen haben Vorrang?
- Wer übernimmt welche Aufgaben und woran wird der Fortschritt gemessen?
Zusammenspiel mit der kantonalen Standortstrategie
Die kantonale Standortstrategie richtet die Standortförderung auf sechs Standortfaktoren aus: Innovation, Arbeitskräftepotenzial, Erreichbarkeit, Kostenumfeld, Strukturen und Lebensqualität. Regionale Strategien konkretisieren diese Faktoren für den eigenen Kontext und machen sichtbar, welchen Beitrag eine Region leisten kann und welche Unterstützung sie dafür braucht.
Die regionale Standortstrategie soll an bestehende kommunale und regionale Grundlagen anschliessen. Dazu gehören beispielsweise Gemeindestrategien, räumliche Entwicklungskonzepte, regionale Entwicklungsplanungen und laufende Projekte. Das verhindert Doppelspurigkeiten und verbindet die Standortentwicklung mit bereits getroffenen politischen und raumplanerischen Entscheiden. Eine regional abgestützte Strategie erleichtert es zudem, Vorhaben in die kantonalen Förderinstrumente einzubringen.
Prozesshandbuch für Regionen und Gemeinden
Das Prozesshandbuch «Regionale Standortstrategien Luzern» unterstützt regionale Entwicklungsträger, Gemeinden und Städte bei der Erarbeitung oder Überprüfung ihrer Strategie. Es führt modular durch die einzelnen Schritte des Strategieprozesses. Zu jedem Modul gehören eine kurze Einführung, Checkfragen zur Selbsteinschätzung, Werkzeuge und Vorlagen sowie Hinweise zur Anbindung an die kantonale Standortstrategie. Eine begleitende Toolbox stellt Analysehilfen, Indikatoren und Vorlagen zur direkten Anwendung bereit.
Es müssen dabei nicht alle Module durchlaufen werden. Ist bereits eine aktuelle Strategie vorhanden, können einzelne Module gezielt genutzt werden, etwa zur Aktualisierung der Datenbasis, zur Überprüfung der Massnahmen oder zum Aufbau eines Monitorings. Am Anfang eines Strategieprozesses führt eine Checkliste zur passenden Einstiegsstelle.
Standortmonitoring der Gemeinden
Eine verlässliche Datenbasis ist der Ausgangspunkt jeder Standortstrategie. Das kommunale Standortmonitoring stellt für jede Luzerner Gemeinde zentrale Kennzahlen bereit. Abgedeckt werden unter anderem Bevölkerung, Raum und Umwelt, Wirtschaft und Arbeit, Energie, Bauen und Wohnen, Mobilität und Verkehr, soziale Sicherheit, Bildung, Politik und Gesellschaft sowie öffentliche Finanzen.
Die Kennzahlen sind thematisch entlang den selben Standortfaktoren gegliedert wie das kantonale Standortmonitoring. Zudem lassen sich einzelne Gemeindeprofile öffnen und Gemeinden miteinander vergleichen. Damit erhalten Gemeinden und alle Interessierten einen schnellen Überblick über die Situation vor Ort und über längerfristige Entwicklungen.
Statistische Kennzahlen ersetzen die lokale Einschätzung nicht. Für eine regionale oder kommunale Standortanalyse sollten sie mit dem Wissen der Gemeinden, Unternehmen und weiteren Akteure ergänzt werden. Erst die Verbindung von Daten und Erfahrungen vor Ort ermöglicht eine belastbare Einordnung und die Ableitung passender Massnahmen.
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